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Alexandertechnik:

Alexandertechnik „The Evolution Of A Technique“

Die Alexandertechnik half mir während meines Gesangsstudiums dabei Körperblockaden aufzulösen und mit einem „freien Hals“ zu singen. Meine positiven Erfahrungen mit der Alexandertechnik ließ ich von Anfang an in meinen Gesangsunterricht einfließen.

Seit Anfang 2018 erfülle ich mir einen Traum: nachdem meine Kinder ausgezogen waren begann ich neben meinen Tätigkeiten als Sängerin, Gesangslehrerin und Sprechtrainerin mit der Ausbildung zur Alexandertechniklehrerin in Düsseldorf bei Irma Hesz.

„Die Alexandertechnik ist das Studium des Denkens in Beziehung zu Bewegung“

„Der Körper reflektiert unser Denken“

„Die Balance des Kopfes im Verhältnis zum Körper in Bewegung ist der Schlüssel von Freiheit und Leichtigkeit in Bewegung“

„Wenn man das Falsche weglässt ergibt sich das Richtige meist von selbst“

Von Shakespeare zum Gesundheitsmanagement

Die Alexandertechnik wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von dem australischen Rezitator und Schauspieler Frederick Matthias Alexander entwickelt.

Schon zu Beginn seiner beruflichen Laufbahn F.M. Alexander zunehmend unter Heiserkeit bis hin zum zeitweiligen Stimmverlust. Von Schauspielerkollegen wurde er auf sein hörbares Einziehen des Atmens während des Rezitierens angesprochen.

Weder Ärzte noch Stimmbildner konnten seine Beschwerden lindern.

Da er seine Existenz gefährdet sah, aber seinen Beruf nicht aufgeben wollte, entwickelte F.M. Alexander durch Selbstbeobachtung am Spiegel eine wirksame Methode sein Körperverhalten bewusst zu steuern und nachhaltig zu verbessern.

Der Austausch mit Ärzten und Wissenschaftlern unterstützte ihn dabei.

Diese selbstwirksame Methode ermöglichte ihm wieder problemfreies Rezitieren durch bewusste Steuerung seines gesamten Bewegungsverhaltens.

Während seiner langjährigen Forschung fiel ihm auf, dass seine neu entdeckten Prinzipien auch auf andere Tätigkeiten übertragbar waren.

Heute profitieren nicht nur Schauspieler, Sprecher, Sänger, Tänzer, Sportler und Reiter von F.M. Alexanders Entdeckungen, sondern auch Menschen, die durch einen falschen Gebrauch ihres Körpers unter Rückenschmerzen, Schulterschmerzen etc. leiden.

Ein mühsamer Weg

Von Anfang an stand für F.M. Alexander fest, dass die Ursache seines Problems darin lag, was er während des Gebrauchs seiner Stimme tat. Er benutzte mehrere Spiegel, wodurch er sein Tun beim Rezitieren sorgfältig beobachten konnte. Dabei stellte er fest, dass er dazu neigte seinen Kopf zurück zu ziehen, seinen Kehlkopf hinunterdrückte und hörbar nach Luft schnappte.

Er beobachtete weiter, dass diese Tendenzen auch im geringen Grade beim normalen Sprechen vorhanden waren sich aber während des Rezitierens verstärkten und seine Neigung zur Heiserkeit zunahm.

Er hielt fest, dass das Zurückziehen des Kopfes, das Herunterdrücken des Kehlkopfs und das hörbare Einziehen der Atemluft eine Überanstrengung der Stimme und einen falschen Gebrauch dessen, was zur Stimmerzeugung nötig war, bewirkten.

Nach monatelangem Ausprobieren erlebte er, dass es ihm gelang den Kehlkopf unbeschwert zu benutzen und der Atem geräuschlos und wie von selbst in ihn hineinfloss, wenn es ihm gelang das Zurückziehen des Kopfes während des Rezitierens zu unterlassen.

Die Entdeckung der Primärsteuerung

Das Balance Verhältnis zwischen dem Kopf und dem Nacken, die sogenannte Primärsteuerung, beeinflusst die Arbeitsweisen des gesamten menschlichen Organismus-nicht nur die Stimme!

Durch die Vermeidung der schädlichen Tendenz beim Sprechen den Kopf zurück in den Nacken zu ziehen, trat eine erhebliche Verbesserung der Funktionsweisen seines Kehlkopfes und seiner Stimmbänder ein, die ihm auch durch ärztliche Untersuchungen bestätigt wurden.

Dies war der Beginn zu einem neuen Umgang mit sich selbst und einem effizienteren Gebrauch des Körpers.

Indem F.M. Alexander es schaffte seine Kopf-Hals Beziehung in Balance bzw. nach vorne oben zu bringen, gelang es ihm seine gesamte Statur zu verlängern, was sich auf den Gebrauch seines Körpers und die daraus resultierenden Aktivitäten positiv auswirkte.

Die Macht der Gewohnheit

F.M. Alexander machte während seiner Selbstversuche noch eine weitere Entdeckung.

Er fand heraus wie schwierig es ist lange eintrainierte, gewohnte Bewegungen bzw. Verhaltensmuster sein zulassen, denn die Einsicht ein solches Muster zu ändern reichte meistens nicht aus eine Änderung umzusetzen.

Er hielt fest, dass der Anreiz einen Teil des Körpers auf eine neue Art zu gebrauchen schwach ist im Vergleich dazu ihn auf die alte gewohnte Art und Weise zu gebrauchen. Die alte und gewohnte Art fühlte sich richtig an und die neue Art und Weise ungewohnt und unnatürlich.

F.M. Alexander schloss daraus, dass das Gefühl, dass mit der Lenkung des neuen Gebrauchs einhergeht ist, unzuverlässig ist.

Die Fehlsteuerung war eine instinktive Reaktion auf den Anreiz seine Stimme bzw. seinen Körper zu gebrauchen. Diese Fehlsteuerung musste also aufgehalten werden. So entstand die sogenannte „Inhibition“.

„Inhibition“

Sobald die Fehlsteuerung durch ein bewusstes Innehalten, die sogenannte „Inhibition“ aufgehalten wurde, galt es als nächsten Schritt zu entdecken, welche Anweisung nötig war für einen neuen und besseren Gebrauch der Stimme und des Körpers. Er begann Denkvorgänge anzuwenden, um die Lenkung seiner selbst durch eine bewusste und überlegte Anweisung zu steuern.

Mit Hilfe des Entwurfs eines inneren Plans gelang es F.M. Alexander eine Verlagerung der Lenkung des Gebrauchs der Mechanismen des menschlichen Körpers von einer instinktiven Ebene auf eine bewusste Ebene zu bringen. Statt die Stimme und seinen Körper auf einen Anreiz zu gebrauchen hielt er inne und beschränkte sich darauf sich nur die Anweisung zu geben wie er etwas tun wollte ohne tatsächlich etwas zu tun.

Das Studium des Denkens in Beziehung zur Bewegung

F.M. Alexander projizierte neue Anweisungen in seinen Körpergebrauch und nahm dabei in Kauf, dass die Umsetzung sich falsch anfühlte. Er ging der Reihe nach vor:

  • Inhibition: jegliche unmittelbare Reaktion auf einen Anreiz etwas zu tun aufhalten.
  • Die Anweisungen für die Primärsteuerung projizieren, den Kopf nach vorne oben zu denken.
  • Primärkontrolle: die Anweisungen für die Primärsteuerung projizieren, welche die Kopf-Hals Beziehung in Balance bringt.
  • Einen Handlungsplan solange projizieren, bis man sicher ist mit ihm vertraut zu sein um ihn für den Zweck zu verwenden das gewünschte Ziel zu erreichen.
  • Die Handlung durchführen und sich dabei an die Anweisungen/Plan halten: Denken in Aktivität / Additives Denken.
  • Dies hatte eine Aktivität zur Folge, die sich von der alten, gewohnheitsmäßigen Aktivität unterschied.